In München wird heute der Prozess gegen die beiden mutmaßlichen Mörder von Dominik Brunner fortgesetzt. Die 18 und 19 Jahre alten Angeklagten sollen den 50-Jährigen im September 2009 am S-Bahnhof Solln brutal niedergeprügelt und dabei getötet haben, weil sich der Manager schützend vor eine Gruppe von vier Kindern gestellt hatte. Dazu sollen heute zwei Ermittler und eines der beschützten Kinder aussagen.
Zum gestrigen Prozessauftakt hatten sich beide Beschuldigten für die Tat entschuldigt. Sie sagten zugleich aus, dass Brunner zuerst zugeschlagen habe.
Hintergrund – Der Angriff auf Dominik Brunner
Die beiden mutmaßlichen Mörder des Geschäftsmanns Dominik Brunner stehen derzeit vor dem Münchner Landgericht. Die Anklage geht von folgendem Tathergang am 12. September 2009 aus:
15.48 Uhr: Die beiden Angeklagten Markus S. (zum Tatzeitpunkt 18 Jahre alt) und Sebastian L. (zum Tatzeitpunkt 17 Jahre alt) sowie der Jugendliche Christoph T. pöbeln auf dem Münchner S-Bahnhof Donnersberger Brücke vier Kinder im Alter zwischen 13 und 15 Jahren an und fordern von ihnen die Herausgabe von insgesamt 15 Euro. Sie schlagen auf die Kinder ein. Christoph T. verlässt den Tatort.
- 15.59 Uhr: Die vier Kinder besteigen die S-Bahn der Linie S 7 in Richtung Wolfratshausen. Markus S. und Sebastian L. folgen ihnen. Die beiden kündigen mehrfach lautstark an, die Teenager zu überfallen und “abzuziehen”.
Dominik Brunner, der ebenfalls in der Bahn sitzt, kommt den Kindern zu Hilfe und verständigt per Mobiltelefon die Polizei. Er kündigt an, gemeinsam mit den Kindern am S-Bahnhof Solln auszusteigen.
- 16.10 Uhr: Die S-Bahn hält in Solln. Brunner, die vier Kinder und die Jugendlichen steigen aus. Die beiden Angeklagten beschließen nach Ansicht der Staatsanwaltschaft, den Geschäftsmann “aus Verärgerung” über den verhinderten Überfall “zu bestrafen und zusammenzuschlagen”.
Mit geballten Fäusten gehen sie auf Brunner und die Kinder zu. Brunner gelingt es, den ersten Angriff mit einem Faustschlag abzuwehren. Die beiden Angreifer schlagen und treten jetzt “mit äußerster Wucht” auf Brunner ein.
Sie beschimpfen den Geschäftsmann dabei unter anderem als “Dreckschwein”, “Sau” und “Bastard”. Selbst als Brunner das Bewusstsein verliert und schwer verletzt am Boden liegt, treten die beiden Angeklagten noch mit den Füßen auf den Kopf des Mannes. Dann flüchten sie in ein nahe gelegenes Gebüsch.
- 17.30 Uhr: Die beiden mutmaßlichen Täter werden in ihrem Versteck von der Polizei festgenommen.
- 18.20 Uhr: Dominik Brunner stirbt im Münchner Klinikum Großhadern infolge seiner schweren Verletzungen. Er hatte bei dem Angriff insgesamt 22 schwere und schwerste Verletzungen erlitten.
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